Thursday, November 05, 2009

A letter full of love.


" guten Morgen am 7ten Juli (1812)

schon im Bette drängen sich die Ideen zu Dir meine Unsterbliche Geliebte, hier und da freudig, dann wieder traurig. Vom Schicksaale abwartend, ob es unß erhört- leben kann ich entweder nur gantz mit Dir oder gar nicht, ja ich habe beschlossen in der Ferne so lange herum zu irren, bis ich in deine Arme fliegen kann, und mich ganz heimatlich bei Dir nennen kann, meine Seele von Dir umgeben ins Reich der Geister schicken kann- ja leider muß es sein- Du wirst Dich fassen um so mehr, da Du meine Treue gegen Dich kennst, nie eine andre kann mein Herz besizen, nie- nie- o Gott warum sich entfernen müßen, was man so liebt und doch ist mein Leben in Vien so wie jetzt ein kümmerliches Leben- Deine Liebe macht mich zum glücklichsten und zum unglücklichsten zugleich in meinen Jahren jetzt bedürfte ich einiger Einförmigkeit Gleichheit des Lebens- kann diese bei unserm Verhältniße bestehen?- Engel, eben erfahre ich, daß sie Post alle Tage abgeht- und ich muß daher schließen, damit du den Brief gleich erhälst- sei ruhig, nur durch Ruhiges Beschauen unsres Daseins können wir unsern Zweck zusammen zu leben erreicen- sei ruhig- liebe mich- heute- gestern- welche Sehnsucht mit Thränen nach Dir- Dir- Dir- mein Leben mein alles- leb wohl- o liebe mich fort- verkenn nie das treuste Herz Deines Geliebten L.
ewig dein
ewig mein
ewig unß"


Ludwig van Beethoven an die "Unsterbliche Geliebte", 1812

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