
Früher war alles besser oder eben einfacher. In manchen Fällen ist das auch richtig, vor allem wenn man als kleines Kind noch brav das Frühstück vorgesetzt bekommt, die Klamotten werden bereit gelegt und die Haare werden einem ordentlich zum Zopf gebunden. Man wird umgarnt und jeder Wunsch wird einem von den Augen abgelesen. Herrlich und unbeschwert. Selbst wenn einen die doofen Nachbarskinder geärgert haben, gingen Mama oder Papa zu ihnen hin und hat denen mal ordentlich den Marsch geblasen. Wir befanden uns natürlich direkt daneben und wurden mit Mama ,oder eben Papa, an der Seite ganz groß. Hach, es war so leicht Ärger und anderen Unannehmlichkeiten aus dem Weg zu gehen. Ich für meinen Teil habe immer sehr viel Zeit draußen verbracht mit den ganzen Nachbarskindern. Damals habe ich auch immer mit den Jungs gespielt, da ich mit Mädchen und Puppen nicht soviel anfangen konnte. Stattdessen gab es HE-MAN und Matchboxautos. Da wurde dann stundenlang mit gespielt ohne jegliches Gezicke oder Haareziehen. Anschließend hat man sich natürlich noch ordentlich eingesaut beim toben draußen in diversen Sandhaufen, Matschpfützen oder ähnlichem. Es gab keinerlei Probleme mit den Jungs, schließlich war man das coolste Mädchen in der Nachbarschaft. Denn ich hatte die HE-MAN Figuren.
Einige Jahre später dann, es war zu Realschulzeiten, nahm das Unglück seinen Lauf. In der 5. Klasse fing es dann an mit den Schwärmereien für diverse Klassenkameraden oder irgendwelche anderen coolen Jungs auf der Schule, was sich bis zur 8. Klasse hinzog. Pausenlos wurde mit meinen Freundinnen darüber fantasiert, wie toll doch alles mit MIster X sei und jeder einzelne Blick der vermutlich nicht mal unbedingt einer von uns gegolten hat, wurde analysiert und interpretiert als ob es kein Morgen gäbe. Wir waren so glücklich, denn letztlich war alles so unkompliziert und aufregend. Selbst einen Zettel mit einem angekreuzten "Nein" nahm man nach 2 Wochen Dauerweinen einfach hin, und suchte sich wen neues zum anhimmeln. Es war so einfach!
Heute hingegen sieht das ganze etwas anders aus, da es sich zunehmend zu einem Dilemma entwickelt hat. Ich verschenke mein Herz mittlerweile nicht mehr an den Erstbesten für den ich mal eine Zeit lang schwärme, auch wenn manch einer es eventuell verdient hätte. Nein, vielmehr verliere ich es an den Falschen und bin dann folglich phasen-depressiv, wenn alles den Bach herunter geht. Da ist es mit 2 Wochen Erholung für das geschundene Herz nicht mehr getan, da müssen größere Kaliber her: Entweder ein neuer Typ oder monatelange "Mich-will-ja-Keiner-Mitleids-Tiraden" auf das eigene Ich. Wunderbares Zerfleischen der eigenen Seele wird postwendend hinten dran gehangen und die Badewanne mit wird voll gemacht mit dem schönen Selbstmitleid. Wie schön wäre es doch, wenn sich auch heute noch alle Männerprobleme mit einem Zettel und einem Kreuz an der richtigen Stelle lösen lassen könnten!?
1 comment:
Also ich würde mit dir gehen! ;-)
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