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Jahresende zieht fast jeder Bilanz aus den letzten zwölf Monaten. Es ist
November und auch ich ertappe mich dabei, wie ich Revue passieren lasse. As
usual. Nicht, dass ich dies nicht auch im laufenden Jahr täte... Vergleicht man
diese Bilanz mit einer Herzfrequenz, so könnte man von einem auf und ab
sprechen. Eher aber von einer 365-Tages-Tachykardie. Da passt sich das
Herzvolumen den momentanen Erfordernissen an. Selbst die ersten Stunden dieses
Jahres gestalteten sich als Wegweiser für das noch kommende. Es folgt nun kein
Jahresrückblick, der seines gleichen sucht, vielmehr eine Anreihung diverser
Bemerkungen und Ereignisse.
Beginnend
mit dem einschneidenden ersten Quartal des Jahres kann ich sagen, dass ich als
Rotkäppchen durchaus eine geeignete Figur gemacht habe und statt eines prall
gefüllten Körbchens durch den Wald, eher durch ein recht prägendes Wochenende
in der Karnevalshochburg gestapft bin. Da hieß es filmgerecht „Männer, die in
Zelten schlafen“ und aus Nummer 1 wurde 2. Letzterem folgte ein noch
andauernder Prozess von einigen Monaten. In denen das Herz ein erneutes
Pflaster brauchte, musikalische Untermalung die nötigen Taschentücher reichte
und ein Ausflug um die halbe Welt, um zu wissen, that our memories depend on a
faulty camera in our minds... Gestärkt und voller Zweifel, ein Paradoxon, ging
es weiter in der Tachykardie des Jahres. Es folgten Liebesschwüre, die
poetischer kaum sein konnten und doch von eben denen kamen, bei denen das Herz
kein Purzelbaum macht. Verabredungen, bei denen man sich wünschte, es wäre
jemand anderes dran beteiligt gewesen. Kuriose Mitteilungen, Erklärungen und
Weisheiten durch Web 2.0 und allen anderen Kommunikationsmitteln dieser Erde.
Erkenntnisse in stillen und lauten Nächten, mit und ohne hochprozentigem. Ja,
zwischenzeitlich dachte ich mir, ich sei in einer ironischen Dailysoap und doch
immer mit der Frage im Kopf, ob ich solche Gemüter anziehe!?
Klinge
ich resigniert? Nein, nicht direkt. Ich würde es eher als eine Art von
Müdigkeit sehen. Mal kommt man mit ihr besser durch den Tag, mal eben etwas
angestrengter. Dennoch sehe ich mich, wie ich zuvor schon oft schrieb, in
ferner Zukunft mit jemandem im Park sitzen, mit grau-meliertem Haar die Enten
fütternd in der Abendsonne – den Mann an meiner Seite voller Liebe anschauend.
Hoffnung und Mut, dass ich mich weiter in die Abgründe stürze habe ich wohl
immer noch in petto. Mit einer gehörigen Portion Wahnsinn! Auch wenn das Motto
des Jahres lautet „fern statt nah“...
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