Unabhängigkeit und Freiheit. Wunderbare Attribute unserer Zeit. Jeder hat die Möglichkeit, unabhängig von bestehenden Normen, sein Ding durchzuziehen und seinen Weg zu gehen. Natürlich muss derjenige den Willen dazu haben und unter Umständen die nötige Portion Mut. Dass ist das wunderbare an unserer heutigen Zeit! Alles ist möglich und Grenzen verschieben sich. Was an sich so gut klingt, wird aber auch aus anderen Blickwinkeln als nachteilig angesehen. Man legt sich nicht mehr fest, sondern probiert und testet Dinge aus. Passt mir der neue Job nicht, so suche ich mir einen neuen. Gefällt mir die Stadt in der ich wohne nicht mehr, ziehe ich eben um. Das geschieht natürlich auch nicht von heute auf morgen, aber man tut es trotzdem. Stets das Beste für mich und mein Leben! What else? Der Chef mosert unter Umständen, aber die Stadt lässt mich ziehen. Doch was ist, wenn man jemanden kennenlernt und irgendwie passt alles, aber dann merkt man, dass das Gegenüber sich nicht festlegen will? Sind wir realistisch: Es gibt immer eine Person, die uns die Tasche steckt! Aber ist die Mehrheit unserer Generation wirklich so, dass sie sich nicht festlegen will, weil in jedem Moment etwas besseres kommen könnte? Natürlich kann man auch anmerken, hey - Er/Sie war es eben nicht, was durchaus auch sein kann, klar. Aber in meinem Freundes- und Bekanntenkreis ist dieses Phänomen kein Unbekannter. Alle lernen sich kennen, finden sich toll und bauen gemeinsam Luftschlösser, nur wenn es drauf ankommt, dann passiert folgendes: NICHTS. Einfach nichts. Es verläuft im Sand, der Kontakt wird abrupt beendet und Cé la vie! Im seltensten Fall bekommt man eine ehrliche Auskunft, warum und wieso die Dinge dann so gehandhabt werden. Ist es einfach ein Ding unserer Zeit, möglichst unabhängig durchs Leben zu gehen? Was ist mit den vielen Möglichkeiten, um die man sich selbst beraubt, nur weil vor einem nicht Person Perfecto steht? Man wird nie eine tolle Freundschaft haben oder gar eine wunderbare Beziehung, die Person wird dir nie auf die Schulter klopfen und mit dir deine Erfolge feiern, sie wird nie deine Hand halten und dir zur Seite stehen, wenn es dir schlecht geht. Und warum ist das in dieser schnelllebigen Zeit so? Weil wir keine Kompromisse eingehen wollen, weil wir die Zeit nicht aufbringen wollen, weil alles höher/schneller/weiter/besser sein muss, weil die kleinste Macke nervt, weil wir uns nur mit dem Allerbesten zufrieden geben wollen. Dazwischen gibt es nichts mehr. Doch wir sollten bedenken, das es auch vieles gibt, was einen zweiten Blick wert ist. Vergleichen wir es mit Schuhen: Man schlüpft in ein Paar herein und die passen perfekt. Daneben gibt es das Paar, was leicht drückt und man muss es einlaufen, aber es ist einfach irgendwie besser. Nimmt man das erste Paar, so hat man problemlos einen guten Lauf, alles ist cool und irgendwie langweilig. Nimmt man das zweite Paar, so hat man zwar ein paar unbequeme Stunden, doch man läuft früher oder später in ihnen wie auf Wolken und möchte nie wieder ein anderes Paar!
Think about it...
No comments:
Post a Comment