Saturday, October 31, 2009

Trick or Treat?


Es ist die Jahreszeit in der es bereits um 17:00 Uhr stockfinster draußen ist und man sich fragt, wann und ob es überhaupt irgendwann am Tage hell gewesen ist. Die dunkle, kuschelige und besinnliche Jahreszeit ist mir die liebste. Nichts gegen den Sommer, aber an den Herbst kommt nichts heran. Man darf sich ungestraft auf das Sofa verziehen und sich in die warme Decke hüllen mit brav Kakao oder Tee in der Hand, dabei stundenlang die Lieblingsserie auf DVD gucken und sich nicht schuldig fühlen müssen, da man bei dem schönen Wetter mal nicht vor die Tür gegangen ist. Damit ist Schluss! Zumindest für eine kleine Weile. Winter- und Herbstdepressionen mal nicht mit eingeschlossen. Muss man ja auch nicht zwangsläufig haben. Ein schöner Spaziergang durch den mit bunten Blättern bedeckten Park und die Welt ist in Ordnung. Sonne scheint durch die Bäume und alles duftet nach Herbst. So lässt sich doch ein Sonntag im Herbst gut verbringen, ob alleine oder zu zweit. Melancholie lässt grüßen! Aber ich fühl mich wohl in dieser wunderbaren Jahreszeit! Auch wenn man manchmal im Park diverse Pärchen vergiften möchte, aber auch das nimmt man in Kauf ;)

Happy Halloween!

Tracks des Tages Vol.6



Thursday, October 29, 2009

Willst du mit mir gehen? Ja [ ] Nein [X]


Früher war alles besser oder eben einfacher. In manchen Fällen ist das auch richtig, vor allem wenn man als kleines Kind noch brav das Frühstück vorgesetzt bekommt, die Klamotten werden bereit gelegt und die Haare werden einem ordentlich zum Zopf gebunden. Man wird umgarnt und jeder Wunsch wird einem von den Augen abgelesen. Herrlich und unbeschwert. Selbst wenn einen die doofen Nachbarskinder geärgert haben, gingen Mama oder Papa zu ihnen hin und hat denen mal ordentlich den Marsch geblasen. Wir befanden uns natürlich direkt daneben und wurden mit Mama ,oder eben Papa, an der Seite ganz groß. Hach, es war so leicht Ärger und anderen Unannehmlichkeiten aus dem Weg zu gehen. Ich für meinen Teil habe immer sehr viel Zeit draußen verbracht mit den ganzen Nachbarskindern. Damals habe ich auch immer mit den Jungs gespielt, da ich mit Mädchen und Puppen nicht soviel anfangen konnte. Stattdessen gab es HE-MAN und Matchboxautos. Da wurde dann stundenlang mit gespielt ohne jegliches Gezicke oder Haareziehen. Anschließend hat man sich natürlich noch ordentlich eingesaut beim toben draußen in diversen Sandhaufen, Matschpfützen oder ähnlichem. Es gab keinerlei Probleme mit den Jungs, schließlich war man das coolste Mädchen in der Nachbarschaft. Denn ich hatte die HE-MAN Figuren.
Einige Jahre später dann, es war zu Realschulzeiten, nahm das Unglück seinen Lauf. In der 5. Klasse fing es dann an mit den Schwärmereien für diverse Klassenkameraden oder irgendwelche anderen coolen Jungs auf der Schule, was sich bis zur 8. Klasse hinzog. Pausenlos wurde mit meinen Freundinnen darüber fantasiert, wie toll doch alles mit MIster X sei und jeder einzelne Blick der vermutlich nicht mal unbedingt einer von uns gegolten hat, wurde analysiert und interpretiert als ob es kein Morgen gäbe. Wir waren so glücklich, denn letztlich war alles so unkompliziert und aufregend. Selbst einen Zettel mit einem angekreuzten "Nein" nahm man nach 2 Wochen Dauerweinen einfach hin, und suchte sich wen neues zum anhimmeln. Es war so einfach!
Heute hingegen sieht das ganze etwas anders aus, da es sich zunehmend zu einem Dilemma entwickelt hat. Ich verschenke mein Herz mittlerweile nicht mehr an den Erstbesten für den ich mal eine Zeit lang schwärme, auch wenn manch einer es eventuell verdient hätte. Nein, vielmehr verliere ich es an den Falschen und bin dann folglich phasen-depressiv, wenn alles den Bach herunter geht. Da ist es mit 2 Wochen Erholung für das geschundene Herz nicht mehr getan, da müssen größere Kaliber her: Entweder ein neuer Typ oder monatelange "Mich-will-ja-Keiner-Mitleids-Tiraden" auf das eigene Ich. Wunderbares Zerfleischen der eigenen Seele wird postwendend hinten dran gehangen und die Badewanne mit wird voll gemacht mit dem schönen Selbstmitleid. Wie schön wäre es doch, wenn sich auch heute noch alle Männerprobleme mit einem Zettel und einem Kreuz an der richtigen Stelle lösen lassen könnten!?

Tracks des Tages Vol.5



Saturday, October 24, 2009

Desire


"Was tust du da?" ertönte es hinter ihr. "Ich denke nach." entgegnete sie. Ihr Blick war weiterhin starr nach vorne gerichtet und um sie herum pulsierte das tägliche Treiben, dass am Wochenende die Stadt lebendig macht. "Wie lange sollen wir hier noch sitzen?" ertönte es erneut hinter ihr und wieder entgegnete sie mit halbherzigem Ton: "Mal sehen". Ihr Blick streifte Leute die vorüber gingen, Ehepaare mit Kindern, Pärchen, kleinere Grüppchen von Mädchen die kichernd vorbei gingen. "Schau, so waren wir auch in dem Alter. Nur so schlecht angezogen, das waren wir nicht!" Vor ihr spazierte ein Ehepaar entlang, völlig harmonisch im Einklang. Beide müssen schon Mitte sechzig sein, mit ihrem schütternden grauen Haar lächelte sie ihren Mann an und zog ihm den Schal zurecht. Er verdrehte die Augen und blieb widerwillig stehen. Sie zog und drehte genüsslich an seinem Schal herum und ihre Lippen bewegten sich unentwegt, wahrscheinlich hält sie ihm Vorträge über eine Nichtigkeit, wie etwa einem verrutschten Schal. Er sieht sie liebevoll an, nimmt ihre Hand in seine und zieht sie sanft mit. Lächelnd schüttelt sie ihren Kopf und ihr graues Haar glänzt in der Sonne. "Wie lange die beiden wohl verheiratet sind?" -"Hm, bestimmt so an die vierzig Jahre, so wie die aussehen!" Sie sah den beiden lange nach, auch wenn sie schon fast außer Reichweite waren hatten sie etwas so herzliches an sich, etwas wonach sich ein jeder sehnt. Diesen einen Menschen, der dir die Hand hält, wenn der erste Schritt ein schwerer ist. Der dir durch das Gesicht streicht und sagt wie wunderschön man sei, obwohl man mit Grippe und verschnupfter Nase im Bett liegt. Der dich nachts anruft, nur um dir eine "Gute Nacht" zu wünschen. Es ist der Mensch, zu dem du herauf schaust und immer wieder etwas neues entdeckst. Der, dem du immer wieder von diesem einen Erlebnis erzählen kannst, ohne das es ihn langweilt. Es ist der Mensch, dem du ohne zu zögern deine Ängste anvertrauen kannst und der dich deswegen nicht verurteilt. Es ist der Mensch, den du ansiehst und du weißt mit einmal das es Liebe ist. Derjenige, den du auch mit siebzig Jahren noch für den wunderschönsten Mensch auf Erden hälst, und dem du für jede Sekunde mit ihm dankbar bist. Es ist der, der sich mit dir in ein Kettenkarussell setzt und deine Hand hält. Der Mensch, für den du alles geben würdest und der dich jederzeit auffängt. Wenn man diesem Menschen begegnet, braucht man keine Worte mehr. "Du träumst schon wieder oder?" ertönte es wieder einmal hinter ihr. -"Träumen, ja ein wenig vielleicht. Du weißt wie ich bin, wundere dich nicht darüber, dass ich so still bin." Die Sonne scheint, und zaubert durch ihre Wärme eine gewisse Röte auf das Gesicht. Das ältere grauhaarige Ehepaar kommt erneut vorbei und passiert ihren Blick. Sie halten sich immer noch an ihren Händen und strahlen diese Wärme aus, wie es die wenigsten tun. "Möchtest du auch noch einen Kaffee?" fragte die Stimme hinter ihr, "komm lass uns weiter gehen!" Sie stand auf, sah sich um und stellte fest dass sie immer noch alleine war.

Sunday, October 18, 2009

Tracks des Tages Vol.4



In my own words


Es gibt nicht annähernd genug Worte und Buchstaben, um das Innere eines Menschen zu beschreiben geschweige denn seine Gefühle. Schreiben hilft manchmal um Dinge wiederzugeben, die man nicht einfach so erklären kann. Ein Wort drückt oftmals mehr aus, als es Sätze oder Geschichten jemals könnten. Emotionen werden als Worte oft noch viel aussagekräftiger, als sie ohnehin schon sind. Eine Träne alleine steht für unendlich viele Gefühle, doch definiert man diese Träne mit einem Wort wie Trauer, Freude, Liebe oder ähnlichem, so wird die Tiefe dahinter erst bewusst greifbar.
Ein Wort was soviel ausdrückt ist eine Geschichte. Hinter jedem Wort steckt eine Geschichte. Positive und negative Worte erzählen Geschichten, wie auch das Gesicht eines Menschen. Ein Blick in die Augen eines anderen offenbart Gefühle und Welten, die sich in einfachen Worten wieder finden. Ein Wort definiert einen Menschen so sehr, das es keinerlei Geschichten mehr bedarf um zu wissen wer vor einem steht. Weint die Seele und das Herz, so findet man es in den Worten wieder. Ganze Beziehungen zwischen den Individuen lassen sich mit Worten definieren. Gefühle drücken Worte aus, Worte Gefühle. Es ist nicht immer einfach die richtigen zu finden, es reicht auch ein Blick oder eine Geste um das zu sagen was man nicht kann. Doch auch das ist nichts anderes als ein unausgesprochenes Wort, was für sich genommen eine Geschichte erzählt.

Monday, October 05, 2009

Erinnerung.



Es gibt einen Stern im Meer.


Schwimmend auf offener See, das Wasser ruhig und still. Es wiegt mich hin und her im Takt der Wellen. Die Kälte des Wassers ist erträglich und hat diesen Hauch angedeuteter Wärme, ist er da oder ein Irrgespenst des Kopfes? Vor einem liegt nichts, hinter einem der klägliche Rest des Bestehenden. Die Arme bewegen sich automatisch und die Wellen treiben voran. Spürst du die Kraft, die dich vorwärts bringt, die Bewegungen deiner Arme? Den Antrieb deiner Beine?
Den Kopf gen Himmel gestreckt blicke ich in den Sternenhimmel. Melancholie mit all seinem süßen Duft liegt in der Luft. Das Herz zieht sich zusammen, vor Freude und Enttäuschung. Sterne so weit das Auge reicht, so unendlich das man es niemals fassen kann. Man möchte in diese Weiten fliegen und eintauchen in dieses unendliche Weite. Das Wasser wiegt in einen erträglichen Zustand, schwerelos gleitet man dahin. Keine Schwere die einen begleitet, nur der süßliche Duft der Melancholie liegt in der Nase. Wehmütig blickt man wieder nach vorne und sucht vergebens ein Rettungsboot.