Thursday, June 04, 2009

Caught in the Moment


Es gibt Momente im Leben die prägen sich so sehr in den Kopf ein, dass man schon fast das Gefühl hat man hätte ein dauerhaftes Dejavu. Es sind die kleinsten Details an die man sich haarklein erinnert. Der Duft der in Luft lag, die Musik die lief, das Auto das vorbeifuhr, das Gefühl im Bauch, der bewölkte Himmel. Einfach alles. Man könnte den Moment, den Tag oder gar die Zeit die einem so unvergesslich erscheint, jederzeit haargenau wiedergeben und vor dem inneren Auge läuft der Film ein weiteres Mal ungeschnitten ab.
Die beiden Momente, die ich jederzeit in der Uncut Version abrufen kann und detailiert wieder geben kann, sind an sich von der Sache her sehr ähnlich, jedoch von meinem akuten Gefühlszustand in den Momenten, völlig unterschiedlich zu betrachten. Ich fange mal mit dem ersteren der beiden an.
Eine Weile her ist es schon, dennoch kenne ich jedes Detail: Es war an einem Augusttag vor ein paar Jahren, das Wetter an dem Tag war nicht gerade das was man unter Sommer versteht und ich lag mit Fieber und Grippe im Bett bzw. auf dem Sofa. Gegen Abend stand ich in meinem Badezimmer und telefonierte mit meinem besten Freund, sagte ihm das ich keine Lust auf das Date habe, da ich mich auch gar nicht nach Date fühlte geschweige denn so aussah. Ich stand mit dem Telefon am Ohr vor meinem Spiegel und sah mein fiebriges Gesicht. Nach einer Beratschlagung mit meinem besten Freund entschied ich mich für dieses kurze Intermezzo von Date, "In einer Stunde bin ich eh wieder zurück" sagte ich zu ihm am Telefon, "ich ruf dich gleich wieder an". Ich schminkte mich und zog mir einen dunkelgrauen Rolli an (großes Kino für August), sprühte ein wenig Coco Mademoiselle auf und entschloss auf eine kurze schnelle Zigarette-to-Go zu verzichten und warf meine schwarze Lederjacke über. Es war ungewöhnlich kalt und dank des Fiebers fror ich umso mehr. Ich trottete dann zu dem vereinbartem Treffpunkt und sah Ihn schon aus der Entfernung dort stehen. Er trug eine schwarz-rote Jacke und er hatte einen gestreiften Pullover an, an dem er rumzupfte. Ein wenig verloren stand er da. Als ich näher kam, erblickte auch er mich und strahlte mich an. Ich weiß nicht genau woran es in dem Moment lag, ob es sein Lächeln war, seine unbeholfene Art oder irgendetwas anderes, aber mich überrollte eine unglaubliche Wärme und ich wusste das ich meinen Krankenausflug nicht bereuen würde. Zumindest nicht an diesem Abend. Er roch so unglaublich gut, seine Gestik, seine Blicke, alles passte so zu Ihm. Bevor ich alles wiedergebe, jedes Gesprächsthema und jeden Witz, soviel muss ich sagen: Den Klang seiner Stimme hab ich auch wenn ich das jetzt hier tippe, wieder im Ohr und das wohlige Gefühl ist auch da. Es wurde ein wunderbarer Abend, der mich noch heute lächeln lässt. Ich könnte den ganzen Abend noch weiter detailiert ausführen bzw. wiedergeben, doch das würde den Rahmen sprengen. Ich bin mit einem sehr guten Gefühl nach Hause gegangen, mit einem strahlenden Gesicht und mit einer guten Zigarette im Mund. Es war zwar kalt und herbstlich, dennoch hatten wir August und eine sternenklare Nacht. 

Wednesday, June 03, 2009

High Defintion 2.0


Ein Gespräch mit einer Freundin vor ein paar Tagen, spukte mir heut wieder im Kopf herum und ließ ein paar meiner Gedankengänge aufwirbeln. In diesem Gespräch wurde mir gesagt, ich würde zu wenig ausgehen und somit auch nichts erleben und niemanden kennenlernen. So lautete ihre Devise. Hm, den Punkt kann man von zwei Seiten betrachten: In gewisser Weise hat sie Recht, da ein wenig Wochendbelustigung doch hin und wieder gut tut, jedoch auf der anderen Seite die Male die ich weggehe nichts besonderes darstellten und allesamt irgendwie unter dem Topic liefen "man war halt da". Natürlich macht es Spaß wenn man richtig feiern geht, gar keine Frage. Allerdings sind die Abende auch rar geworden und die Truppe mit der man eins immer loszog auch nicht mehr die selbe ist. Desöfteren heißt es Pärchenabend (da falle ich als Single kollektiv heraus), Kinobesuch, DVD- und Kochabend, Grillen etc. statt Party nonstop jedes Wochenende.
Meine Freundin wertete das "Nicht- Ausgehen", als den ausschlaggebenden Faktor für das ultimative Kennenlernen des Traumprinzen. Sicherlich wird dieser auf seinem weißen Ross schon am Eingang des Clubs stehen und verteilt als Bachelor Rosen an vorbeikommende Weibchen. Natürlich, wer kennt es nicht. Schön ist auch an der Stelle der Bericht ihrerseits "Hm, es war langweilig und kennengelernt hab ich auch niemanden." Nun gut, lassen wir es an der Stelle auf uns wirken...
Da stellt sich mir die Frage: Bin ich etwa selbst schuld daran, dass ich Single bin da ich nicht jedes Wochenende losziehe und wie verzweifelt suche nach dem "Einen"? Mir für den Abend nicht jemanden aussuche, den ich mit nach Hause nehme und der mich morgens verschämt ins Bad schleichen lässt, wo ich mir unter der Dusche denke "Warum?"? Ist es schlimm, dass ich mich nicht zum Wochendendlichen  Schaulaufen bereit stelle und einen auf naives Mädchen mache, dass wieder nru gut sein wird für zwischendurch mal? Ist es schlimm, dass ich mich nicht über das potentielle Kennenlernen diverser Männer definiere und folglich über die, die ich mit nach Hause nehme? Ist mein Leben dadurch gar ein schlechteres?
Jeder Mensch definiert sich ein Stück weit über sein soziales Netzwerk, wächst durch die eigene Beziehung, durch Freundschaften, durch Erlebnisse. Sollte man aber sein Dasein abhängig vom anderen Geschlecht machen? Bin ich ein erfüllter Mensch, wenn ich die optimale Beziehung habe? Ist es das Maß aller Dinge? 
Meine Freundin sagt immer wir seien uns so ähnlich, in dem Fall weiß ich aber das Welten zwischen uns liegen. Was nicht heißt das ich es nicht toll finde umschwärmt zu werden und jemanden zu haben, im Gegenteil. Jedoch mache ich mein Wesen nicht davon abhängig, weil ich weiß dass man nicht jedes Wochenende die Party seines Lebens feiern kann und folglich kann man auch nicht jedes Wochenende den Mann fürs Leben finden.