Friday, October 28, 2011

A long road.


Du wunderst dich sicherlich, warum es so lange dauerte. Warum es mich ganze 12 Jahre gekostet hat, ehe ich diesen Weg gehe. Nun, darauf kann ich dir keine Antwort geben. Vermutlich wird es ewig dauern bis es soweit sein wird und ich das kann. 12 Jahre und es kommt mir kein bisschen so vor. Alles ist immer noch so präsent. Du warst auf einmal krank und es hieß, dass du Krebs hast. Es ging alles so rasend schnell. Plötzlich standen wir auf dem Friedhof und es war vorbei. Du musstest nicht mehr leiden und fandest deinen Frieden.
Weißt du noch, als ich dich damals immer angebettelt habe du solltest mir 'Tom & Jerry' auf Video aufnehmen, sowie sämtliche andere Cartoons oder die uralten japanischen Godzilla Filme? Dann war ich noch so dreist und wollte, dass du sie mit mir zusammen schaust. Bis auch der letzte Cartoon auf dem Video zuende war und Godzilla das letzte Mal eine Stadt zertrampelte. Du saßt neben mir und wir haben Kekse gegessen. Zwischendurch erfüllte dein Tabakgeruch den Raum, so süßlich-herb. Du hast mit mir auch immer gezeichnet und gemalt. Egal wie scheußlich meine Bilder auch waren, du fandest sie großartig und hast mich immer ermutigt weiter zu malen. Gemalt habe ich nie wieder seit du weg bist... Ich sehe dich genau vor mir: Auf deiner Couch sitzend mit einem deiner zahlreichen Bücher in der Hand und deinem viel zu großen Brillengestell auf der Nase. Nie wolltest du eine neue Brille haben, 'Die Alte tut es ja noch' waren deine Worte.
Am großartigsten aber fand ich es, wenn du mir Geschichten erzählt hast. Meine Güte, es war das Beste überhaupt. Ich habe jedes Wort aufgesaugt und klebte an deinen Lippen. Du erzähltest von deiner Heimat, von deinen Abenteuern und von unserer Familie. Ab und an hast du mir auch Märchen erzählt, deine Phantasie hatte wahrlich keine Grenzen. Ich liebe diese Geschichten! Eine ist mir besonders im Kopf geblieben: Wie du Oma kennenlerntest. Und auch jetzt gerade muss ich weinen, nur beim Gedanken an diese Geschichte. Wenn du wüsstest, wie sehr du ihr fehlst. Und mir auch. Eines weiß ich ganz bestimmt, nämlich dass ihr wieder zusammen sein werdet. Eines Tages dann. Ich wünsche es mir von ganzem Herzen.
Auch wir beide werden uns eines Tages wiedersehen und dann werde ich dir meine Geschichten erzählen. Von all den Abenteuern die ich erlebt habe und es wird so klingen, als hättest du keines davon verpasst. Ich werde wieder neben dir sitzen, wir werden gemeinsam Kekse essen und dein süßlicher Tabakgeruch wird den Raum erfüllen. Wir werden lachen und uns einen guten Schluck Whiskey gönnen - von dem ich nur einmal heimlich einen Schluck genommen habe als du weggeguckt hast - wir werden anstoßen und du wirst vermutlich wie so oft zu mir sagen "You don´t need my advice, I think you will do it in your own way. You´re a special one."
Deine Worte habe ich beherzigt. Immer und weiterhin. Du fehlst mir so sehr und es vergeht kein Tag an dem ich nicht an dich denke. You are always there - bis wir uns wiedersehen...

Love,
Y.

Monday, October 24, 2011

Kommunikation.

Wir leben in einer Zeit, in der man problemlos und rund um die Uhr erreichbar und verfügbar ist. Sei es durch das Handy oder durch die vielen Möglichkeiten, die das Internet so bringt - Email, Skype und so weiter. Kontakte über weitere Entfernung zu halten ist kein Problem mehr und erleichtert vieles, ob in Freundschaften oder Beziehungen. Selbst die Kommunikation mit dem eigenen unmittelbaren Umfeld ist durch Handy und Internet geprägt und erleichtert auch hier an vielen Stellen einiges. Sei es die Nachricht, dass man ein paar Minuten später da ist oder die kurze Frage bezüglich einer Aufgabe an die Kommilitonen. Durch soziale Netzwerke und andere Plattformen im Netz hat man stets die Möglichkeit, sich mit anderen auszutauschen - ob in Foren zu gemeinsamen Interessen oder bei Facebook. Letzteres hat schon einen extrem hohen Stellenwert erreicht und ist fast nicht mehr wegzudenken. Selbst das Bloggen ist nichts anderes als eine Form der Kommunikation. Ja, das Internet ist eine Revolution für sich über die schon viel gesagt worden ist und noch mehr gesagt werden wird. Fluch und Segen zugleich.

Ich selbst nutze Internet sowie Smartphone täglich, ob privat oder für die Uni / Arbeit. Mir fällt vermehrt auf, wie sehr sich dadurch die Kommunikation verändert und damit meine ich nicht, dass alles leichter und schneller geworden ist sondern vielmehr die Art und Weise, wie wir miteinander 'reden' bzw. schreiben. Natürlich ist es im Rahmen einer SMS mit 160 Zeichen oder einem Messenger nicht angebracht Romane zu schreiben, aber man ist längst nicht mehr so bedacht in dem was man dort schreibt. In der Kürze liegt nicht nur die Würze sondern auch das Missverständnis, wenn etwas anders geschrieben als gemeint wird und es folglich vom Empfänger falsch aufgefasst wird. Aus Bequemlichkeit und Gewohnheit drückt man sich abgehackt aus und wundert sich, wenn man plötzlich merkt: 'Scheiße, so hab ich es gar nicht gemeint'. Natürlich muss es nicht immer so sein, aber es fiel mir häufiger auf. Ich selbst möchte mich auch nicht davon freisprechen, nein, auch ich wurde schon hingerissen und bin damit auf die Klappe gefallen. Klar, man verfasst ja nicht einfach so Nachrichten ohne Bedacht, dennoch ist die Hemmschwelle sich zu impulsiven Äußerungen hinreißen zu lassen, enorm gering und kann auch schnell nach hinten losgehen. Und ich meine nicht die obligatorische Nachricht in einem betrunkenen Zustand, sondern diese, die in Wut, Traurigkeit, Unsicherheit und Angst verfasst werden. Schnell wird es unbedacht und chaotisch. Also plädiere ich für mehr Achtsamkeit beim Verfassen, gilt für jeden - auch mich!

Ich bin ein großer Befürworter des Schreibens, ich drücke mich gerne in geschriebenen Worten aus, gerade dann wenn ich meine Gefühle und Gedanken so besser zum Ausdruck bringen kann. Ob hier in Textform, in einer Email oder eben in einem Brief. Jedoch nimmt man sich die Zeit um solche Dinge zu verfassen und setzt sich bewusst dran. Ich selbst habe vor kurzem einen Brief geschrieben, an dem mir viel lag. Es war schön in Zeiten der Schnelllebigkeit, in der mit einem Mausklick alles gelöscht werden kann, etwas von Bestand zu schaffen. Dazu muss ich sagen, dass ich einen Brief für etwas sehr Gewichtiges und Persönliches halte. Bisher habe ich nicht viele verfasst, aber dennoch steckt sehr viel von mir dort drin. Mit jeder einzelnen Zeile und jedem Wort. Der Weg zum Briefkasten ist ebenso aufregend wie das Gesicht der Person, die eben diesen Brief in den Händen halten und lesen wird. Es ist eine so schöne Art jemandem seine Gedanken mitzuteilen. Unbezahlbar und es kommt von Herzen.

Worte haben eine große Kraft, die wir nicht unterschätzen sollten. Etwas Geschriebenes ist nicht bloß eine Mitteilung, es ist eine Geste. Eine Geste, die soviel mehr ausdrückt als man sich in dem Moment vielleicht bewusst ist. Und man sollte mit Worten genauso umgehen wie mit der Person, die vor einem steht: Mit Bedacht und Respekt.





Picture of the day.



via Google.