Friday, June 18, 2010

Ein kleines Stück vom Großen.

Befinden wir uns ab einem bestimmten Alter auf der Zielgeraden unserer eigenen Wünsche, dem eigenen Bestreben hinsichtlich zwischenmenschlicher Beziehungen? Böse Zungen sagen auch dazu "Torschlusspanik". Gut, ich bin Mitte-Dreiviertel Zwanzig, da kann es schon dazu kommen, dass es im Kopf herumspukt. Mit steigender Erfahrung, steigen auch die Erwartungen, logisch. Aber sehen wir das Glück, wenn es uns vor die Nase fällt? Sind wir schon so blind geworden, dass wir die kleinen Möglichkeiten völlig ignorieren um nur nach der einen großen Möglichkeit zu streben? Wo ist die Leichtigkeit hin mit der wir einst alles ausprobierten? Nur weil man älter geworden ist, muss es ja nicht heißen dass man nicht mehr ausprobieren kann. Gerade weil wir um Erfahrungen reicher sind, müssten wir ja umso besser wissen, was wir probieren wollen und können. Die Möglichkeiten sind doch eigentlich wesentlich unbegrenzter, abgesehen von dem was man schon probiert hat. Jedoch kalkulieren wir jede Möglichkeit wie die Finanzen und wägen ab, was kann, darf, muss und soll. Wir springen nicht einfach hinein in das Abenteuer, das für uns die Türen geöffnet hat. Nein, nicht ich. Ich schaue. Schaue einmal, zweimal und sogar ein drittes Mal. Vielleicht hab ich ja ein Haken an der Sache übersehen, bevor ich mich verrenne in dieser Sache und Zeit verschwende, lasse ich es. Schließlich soll man sicher sein bei seinen Entscheidungen, wenn nicht soll man es lassen. So besänftigt man den eigenen Gewissenskonflikt der sich abspielt. Wirft man jedoch mal einen Blick auf die andere Möglichkeit, die sich einem bietet, so sieht man dass es durchaus berechtigt ist zu kalkulieren und spekulieren, aber diese auch bei Zeiten über Bord werfen sollte. Denn ist dieser Ballast fort, bemerkt man doch die Leichtigkeit nach der man sucht. So stellt man fest, dass die kleine Möglichkeit die große erstmal in den Schatten stellt.
Die fruchtbarsten Ideen kommen mir beim Machen anderer Dinge, so auch die zu diesem Text. Es mag daran liegen, dass jeder der diesen Text liest, nachvollziehen kann was ich meine und in etwa erahnen kann, dass ich versuche auf diese Frage eine Antwort zu finden. Eine Antwort auf die Frage, warum wir keinen Blick mehr für die kleinen Chancen haben und nur nach der großen Chance suchen? Ist es die Angst seine Zeit mit Menschen zu verbringen, die man nicht auf den ersten Blick für die große Möglichkeit hält? Ist es die Befürchtung, Zeit damit zu vergeuden, aus diesen Menschen mehr zu machen als sie anfangs für einen sind? Könnte es sein, dass man befürchtet es könnte aus der kleinen Möglichkeit, die große werden auf die man so gar nicht vorbereitet ist? Was ist wenn der Mut und die Leichtigkeit plötzlich weg sind? Im Laufe der Zeit verkommt man immer mehr zum Gefühlsanalytiker, der nie aufhört alles bis ins kleinste Mark zu interpretieren, abzuwägen und zu analysieren. Und während man so fleißig damit beschäftigt ist, ist die kleine Möglichkeit, die eine große werden könnte, zu analysieren, ist diese dabei gar keine mehr zu werden.

Friday, June 11, 2010

In mind.

"Denken ist wundervoll, aber noch wundervoller ist das Erlebnis."

Oscar Wilde.